Pflegeratgeber

Hitzeschutz in der ambulanten Pflege

medicare_hitzeschutz_ambulante-pflege

Hitze zählt heute zu den größten Gesundheitsrisiken für ältere und pflegebedürftige Menschen. Bereits Temperaturen über 30 °C können den Organismus erheblich belasten. Besonders gefährdet sind Senioren, Menschen mit Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Vorerkrankungen sowie Personen mit eingeschränktem Durstgefühl.

Für ambulante Pflegedienste bedeutet dies: Hitzeschutz ist längst kein freiwilliger Zusatz mehr, sondern ein wichtiger Bestandteil einer professionellen und verantwortungsvollen Pflege. Auch der Qualitätsausschuss Pflege empfiehlt ambulanten und stationären Einrichtungen die Einführung individueller Hitzeschutzpläne.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie sich und Ihre Angehörigen wirksam vor den Folgen extremer Hitze schützen können.

Gliederung

Was Sie erwartet

Warum ist Hitze so gefährlich?

Wer gehört zur Risikogruppe?

Die wichtigsten Warnzeichen

Die 10 wichtigsten Hitzeschutzmaßnahmen

Welche Aufgaben übernimmt ein ambulanter Pflegedienst bei Hitze?

Was können Angehörige tun?

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Hitze für pflegebedürftige Menschen so gefährlich?

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Fähigkeit des Körpers, seine Temperatur zu regulieren.

medicare_blog_ambulante-pflege-vs-stationaere-pflege_nachteile-der-stationaeren-pflege

Ursachen

Viele ältere Menschen

  • verspüren weniger Durst,
  • schwitzen weniger,
  • reagieren langsamer auf hohe Temperaturen,
  • nehmen Medikamente ein, die den Wasserhaushalt beeinflussen,
  • können sich nicht selbst ausreichend versorgen.

Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

medicare_unterseite_behandlungspflege-nach-sgb-v

Folgen

Mögliche Folgen sind:

  • Kreislaufzusammenbruch
  • Dehydrierung
  • Verwirrtheit
  • Schwindel
  • Stürze
  • Harnwegsinfektionen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Hitzschlag

Gerade in der ambulanten Pflege müssen diese Risiken frühzeitig erkannt werden.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Menschen über 65 Jahre

Pflegebedürftigen

Menschen mit Demenz

Herzinsuffizien

Diabetes mellitus

Parkinson

COPD

Nierenerkrankungen

Schlaganfallpatienten

Bettlägerigen Personen

Weitere

Auch alleinlebende Senioren ohne tägliche Unterstützung sollten während Hitzeperioden besonders aufmerksam begleitet werden.

medicare_blog_hilfe-im-pflegealltag-tipps_wichtige-hilfsmittel-zur-entlastung-im-pflegealltag

Wie wichtigsten Warnzeichen einer Überhitzung

Angehörige und Pflegekräfte sollten auf folgende Symptome achten: Bei Bewusstseinsstörungen oder Verdacht auf einen Hitzschlag muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden.

starker Durst

trockene Lippen

dunkler Urin

Müdigkeit

Konzentrationsstörungen

Verwirrtheit

Kopfschmerzen

Schwindel

Muskelkrämpfe

Übelkeit

schneller Puls

niedriger Blutdruck

Die 10 wichtigsten Hitzeschutzmaßnahmen

medicare_blog_tagespflege-und-kurzzeitpflege_kurzzeitpflege_2

1. Ausreichend trinken

Viele ältere Menschen trinken zu wenig.

Ideal sind:

  • Wasser
  • Mineralwasser
  • ungesüßte Tees
  • verdünnte Fruchtsäfte

Die Trinkmenge sollte – sofern keine ärztlichen Einschränkungen bestehen – regelmäßig über den Tag verteilt aufgenommen werden.

medicare_pflege-wg_gallerie_800x960_9

2. Leichte Ernährung

An heißen Tagen empfiehlt sich:

  • Obst
  • Gemüse
  • Salate
  • Joghurt
  • Quark
  • kleine Mahlzeiten

Schwere und fettige Speisen belasten den Kreislauf zusätzlich.

medicare_pflege-wg_gallerie_800x960_8

3. Wohnung kühl halten

Bereits am Morgen sollten:

  • Fenster geschlossen werden,
  • Rollläden heruntergelassen werden,
  • Vorhänge geschlossen bleiben.

Gelüftet wird möglichst früh morgens oder nachts.

 

medicare_blog_hilfe-im-pflegealltag-tipps_durchfuehrung-empfohlene-reihenfolge-2

4. Körper kühlen

Hilfreich sind:

  • kühle Waschlappen
  • feuchte Tücher
  • lauwarme Fußbäder
  • kühlende Waschungen
  • Ventilatoren (nicht dauerhaft direkt auf den Körper gerichtet)
medicare_blog_hilfe-im-pflegealltag-tipps_umgebung-vorbereiten

5. Mittagshitze vermeiden

Zwischen 11 und 17 Uhr sollten körperliche Belastungen möglichst vermieden werden.

Pflegeeinsätze lassen sich – sofern organisatorisch möglich – in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.

medicare_blog_pflegehilfsmittel-und-wohnraumanpassung_pflegehilfsmittel-beantragt

6. Medikamente überprüfen

Einige Medikamente können die Hitzeverträglichkeit beeinflussen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Entwässerungsmittel (Diuretika)
  • Blutdruckmedikamente
  • Neuroleptika
  • Antidepressiva

Eine eigenständige Änderung der Medikation darf jedoch niemals erfolgen. Anpassungen erfolgen ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache.

medicare_pflege-wg_gallerie_800x960_5-2

7. Geeignete Kleidung tragen

Empfohlen werden:

  • helle Kleidung
  • luftige Stoffe
  • leichte Bettwäsche
  • Kopfbedeckung bei Aufenthalten im Freien
medicare_unterseite_behandlungspflege-nach-sgb-v

8. Regelmäßige Kontrolle

Pflegekräfte beobachten:

  • Trinkmenge
  • Allgemeinzustand
  • Hauttemperatur
  • Urinausscheidung
  • Kreislauf
  • Orientierung

Schon kleine Veränderungen können Hinweise auf eine beginnende Dehydrierung sein.

medicare_blog_ambulante-pflege-vs-stationaere-pflege_herausforderungen-der-ambulanten-pflege

9. Angehörige einbeziehen

Regelmäßige Telefonate oder Besuche helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Gerade alleinlebende Senioren profitieren von einer engen Abstimmung zwischen Angehörigen und ambulantem Pflegedienst.

medicare_unterseite_finanzielle-unterstuetzung-und-wohngruppenzuschlag

10. Individuellen Hitzeschutzplan erstellen

Professionelle Pflegedienste entwickeln heute zunehmend individuelle Hitzeschutzkonzepte.

Diese umfassen beispielsweise:

  • Trinkpläne
  • Notfallkontakte
  • Medikamentenübersicht
  • Dokumentation
  • Verantwortlichkeiten
  • regelmäßige Kontrollen

Ein strukturierter Hitzeschutzplan verbessert die Sicherheit der pflegebedürftigen Menschen erheblich.

Welche Aufgaben übernimmt ein ambulanter Pflegedienst bei Hitze?

Ein ambulanter Pflegedienst unterstützt nicht nur bei der Grundpflege.

Während Hitzeperioden gehören häufig dazu:

  • Kontrolle der Flüssigkeitsaufnahme
  • Beobachtung von Kreislauf und Allgemeinzustand
  • Beratung von Angehörigen
  • Unterstützung bei der Ernährung
  • Kühlende Pflegemaßnahmen
  • Dokumentation von Veränderungen
  • frühzeitige Information des Hausarztes bei Auffälligkeiten

Gerade alleinlebende Menschen erhalten dadurch zusätzliche Sicherheit.

medicare_unterseite_komplettes-gesundheits-und-wellnessangebot

Was Angehörige tun können

Täglich anrufen

Getränke bereitstellen

Wohnung beschatten

Leichte Mahlzeiten vorbereiten

Einkäufe übernehmen

Arzttermine begleiten

Auf Veränderungen achten

medicare_ambulantepflege_800x800_1

Fazit

Hitzeschutz rettet Leben. Gerade ältere und pflegebedürftige Menschen benötigen während heißer Sommertage besondere Aufmerksamkeit. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Angehörigen, Ärzten und ambulanten Pflegekräften hilft dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Ein professioneller ambulanter Pflegedienst unterstützt dabei mit Erfahrung, medizinischem Fachwissen und individueller Betreuung – damit pflegebedürftige Menschen auch an heißen Tagen sicher und gut versorgt zu Hause leben können.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie viel sollten ältere Menschen bei Hitze trinken?

Welche Getränke eignen sich besonders?

Wann sollte ein Arzt informiert werden?

Unterstützt ein ambulanter Pflegedienst beim Hitzeschutz?

Kontakt

Sie haben Fragen zum Hitzeschutz in der ambulanten Pflege?

Wir unterstützen Sie gerne mit weiteren Informationen und praktischen Tipps. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – gemeinsam sorgen wir dafür, dass pflegebedürftige Menschen auch an heißen Tagen gut geschützt sind.